Edelweiße Alpengipfel verbergen allzuoft menschliche und tierische Abgründe. So können sich harmlose Bahnfahrten, Wohnzimmer-Idyllen und Flirts über den Wolken bisweilen zum düsteres Szenario entwickeln.Dieses Programm ist entstanden in Kooperation mit den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur.
Eine übergewichtige Kuh als Orchesterbühne, ein Späne treibender Geschlechtsakt, ein Muezzin in der Kuckucksuhr. Totales Chrüsimüsi! Vielleicht sollte man die Schweiz an den Südpol umsiedeln?
Ein komödiantisches Konzert voller Fortissimi. Wir laden in marokkanische Alpenkulissen und heimelige Atombunker, um sich dort mit pikanten Tauschgeschäften und pulsierenden Männerbäuchen köstlich zu amüsieren.
Manch einer hält sein Schätzli in der Garage, andere leben komplett rückwärts gerichtet. Um diese Familien- und Beziehungskonflikte zu begreifen, muss man das Gehirn als Ensemblestück sehen.
Die Protagonisten werden zum Spielball ihres Alltags zwischen Kinderarbeit, fliegender Leichtigkeit und dem Ziel sich selbst treu zu bleiben. Mal gelingt es, mal müssen sie sich ihrem Schicksal ergeben.
Hier wird es schräg! Vom Oscar nominierten Film, in dem ein Baum aus einem Kopf wächst, bis zum Koch der sich selbst verarbeitet. Die Protagonisten versuchen an der Oberfläche des Geschehens zu bleiben.
Ein surrealer Drogenrausch oder eine ernsthafte Gesellschaftsanalyse können unsere Sichtweisen verändern. Hier ergeben sich ungeahnte Perspektiven auf Themen wie Liebe und Religionskonflikte oder auch den trügerischen Frieden einer Morgenzeremonie.
Abwechslungsreich wie ein Kaleidoskop. Die Vielfalt des taiwanesischen Animationsfilms kennt keine Grenzen.
WASSERFARBEN UND KUNG FUEin weiteres Mal stehen Animationen aus dem wenigstens quantitativ in Merchandising, Flash und Computeranimation marktbeherrschenden China auf dem Programm. Es war im Jahr 180, als der Chinese Ting Huan mit der Erfindung des Zootrops die Bilder zum Laufen brachte. Es war das Schattenspiel, das ueber die Seidenstrasse nach Europa gelangte und dort den Boden fuer das elektrische Schattenspiel, das Kino, bereitete. Es war ein chinesisches Maerchen, das europaeische Maerchenerzaehler und schliesslich auch Walt Disney traeumen liess. Nun schwingt das Pendel zurueck: China hat die Kunst der Animation neu entdeckt. Rolf Giesen, Praesident des Internationalen Animations-, Comics & Games Museum in Changchun, China, schlaegt einen grossen Boden ueber fruehe Silhouettenfilme, klassische Kurzfilme des 2010 verstorbenen Meisters der Wasserfarbenanimation, Te Wei, hin zu neueren studentischen wie auch professionellen Arbeiten der renommierten Beijing Film Academy oder des Jilin Animation Instituts, der mit 9000 Studenten groessten Einrichtung ihrer Art, die einerseits die Einfluesse der Unterhaltungsindustrie zeigen (Science Fiction, Kung Fu), andererseits belegen, dass das bisher sehr kindliche, naive, billige Feld allmaehlich soziales Profil gewinnt und gesellschaftlich relevante Themen wie etwa den Umweltschutz thematisiert. China, per se eine langsame, uralte Kulturnation, die sich einer schnelllebigen, vergaenglichen Medienwelt oeffnet und versucht, in den ruhigen Toenen des alten Meisters Te Wei, das Gleichgewicht zu halten.