
Das Gedächtnis des Archivs erkundet das Deutsche Literaturarchiv Marbach als Denkraum zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ausgehend von seiner Architektur – Glas, Stahl, Beton, geprägt von klassischer Moderne und Brutalismus – entfaltet der Film ein sinnlich-reflexives Porträt des Archivs als lebendigen Organismus. Mitarbeitende zeigen auf schwarzem Filz ihre Fundstücke: Rilkes Notizbücher, Rio Reisers Entwurf einer gläsernen Kommune, die Datenträger Friedrich Kittlers, die Scherenschnitte Sibylle Lewitscharoffs. Eine Restauratorin „verarztet“ beschädigte Texte, während eine asiatische Delegation staunend durch die Gänge wandert. Der Medienphilosoph Knut Ebeling begleitet den Film mit einem eigens verfassten Text: „Hier geht es nicht nur um Nachträglichkeiten, um das Sammeln, Speichern und Konservieren der Vergangenheit. Es geht auch um die Codierung der Zukunft.“ Der Film kulminiert im Schlagzeugspiel von Andrea Belfi im Katalogsaal – ein vibrierendes Echo aus Klang, Raum und Erinnerung. „Das Gedächtnis des Literaturarchivs ist das, was vorhanden sein muss, damit Literatur überhaupt sein und entstehen kann.“
Regie: Arne Bunk & Tanja Bächlein
Produktion: bunk&bächlein GbR
Kamera & Sound: Arne Bunk & Tanja Bächlein
Text: Knut Ebeling
Musik: Andrea Belfi
Sprecher: Elliott Hines